Das Buch Schattenspiele
 Sonderbar, diese Menschen...
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Aus dem Buch „Schattenspiele“ 62 Gedichte v. Jakob Brem
Hast du es auch gesehen
das Gesicht?
Hast du gehört
sein Sagenwollen?
***
2
Im leisen Gesang der Winde
versuche ich mit zu singen
nur leise
sonst erlischt die Freude.
***
3
Weine nur
regenbogenfarbener Tautropfen
niemand hat deine Schönheit erkannt
dein Tautropfendasein.
4
Nichts bleibt vergessen
alles ist gespeichert
in jeder Zelle meines Körpers
das liebliche Empfinden
zerstörendes Denken
das jetzt Tun für morgen.
5
Sein
da sein
für mich
für dich
für nichts
für alle.
6
Wenn Mauern löchrig werden
zwischen offenen Händen
geschlossene Augen sehend
verdampft Glaube
zerrinnt Wissen.
Das sprudelnde Bächlein kennt keine Angst.
7
Barfuss fühle ich das Leben näher
spüre ich das taunasse Gras
die anderen Füsse.
8
Schleifspuren
du mit mir
ich mit dir
lachfremd im eigenen Stall.
9
Zu müde viele Arbeitskräfte
von Brotarbeit mit Schleifspuren
abgenützt.
10
Wenn die Blätter tanzen
tanze ich mit
lass mich fallen
ins Ungewisse
ins Sein.
11
So viele Albernheiten ringsum
während die Welt brennt.
Jede lieblose Stunde
ist ein Stück Seelentod.
12
Was weisst du über Gott
glitzernder Tautropfen am Grashalm
was willst du mir sagen?
13
Meinen ist noch nicht das Wissen
Wissen noch nicht das Erleben
und im Erlebenl
iegt das Vorübergehen.
14
Ein Hauch von du für mich
ein Schimmer von ich für du
ein winziger Moment
ein Stillstehen im Suchen
jetzt.
15
Sie singen wieder die Vögel
singen vielleicht nur noch einmal
für mich für dich oder nur für sich.
16
Fliege kleiner Schmetterling
fliege deinen Traum
schaukle im warmen Wind
hinein in die Nacht.
17
Gleichgeschaltet werden am Bildschirm
durch die meisten anderen Medien,
Kirchen, Tempeln und Versammlungen
in Gehirnwäschemeditationen,
an politischen Veranstaltungen
ist nicht dasselbe
wie wach in der sternenklaren Nacht stehen.
18
Die Nacht
hat uns umfangen
vielleicht nicht die letzte Nacht.
Eine kleine Freude
hat die Angst an die Hand genommen
schläft mit ihr in den Morgen.
19
Der klare Nachthimmel
flüstert mir Vertrauen zu
gewaltige Räume
ein Auslöschen und Neuwerden.
20
Ein Tag in die Nacht geträumt
eine Nacht in den Tag überschlafen.
Wo Leid und Freude sich überschneiden
ist vielleicht Liebe möglich.
21
Erlöscht nicht ihr Augen
ich nehme die Schönheit auf
meine wache Seele
antwortet euch.
22
Ausgelöscht bin ich morgen schon
wenn meine Seele es will.
23
Vielleicht kommt morgen ein Tag der offenen Hand
Spieltag der Seele
vielleicht mein Todestag
Befreiung vom Kreuz der Welt
vielleicht ein Tag
den ich hellwach begleiten darf.
24
Komm doch
klopf an und horche
der Abend ist warm
warte nicht auf gestern
schon das Morgen
liegt im Sterben
komm doch.
*
25
Dem Tuch kann ich nicht entrinnen
zusammen lachend
einander warm gegeben
lebensvoll.Vielleicht heute noch
morgen oder übermorgen
ausgestreckt, atemlos
ich allein unter der Decke.
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