Tabubrechend und doch respektvoll
berühren Libigs Texte viele im Leben ausgesparte Elemente des Menschseins.
Zoe Libig wählt für ihre assoziativ gebrochene Erzählung
eine der Lyrik verwandte Darstellungsform.Darin findet ihr musikalisches
Erleben die literarische Entsprechung. Ein drängend vorantreibender,
atemloser Text ...immer wieder das Krankenzimmer des nach langer „Dunkelheit“
Erwachten...dazwischen rast Vergangenes vorbei, verschmelzen Sinneseindrücke.
„Streams of consciousness“ist für Libig nicht Erzähltechnik,
sondern die literarisch verdichtete Wiedergabe von Erlebtem - es ist die
adäquate Ausdrucksform für einen Menschen, der nach 30 Tagen
scheinbarer Nacht wieder ins reale Leben zurückgefunden hat.Der junge
im Koma liegende Motorradfahrer, Achim, und seine verstorbene Geliebte
Petra, begegnen in ihrer Spiegelwelt Bären, fliegenden Kühen,
Bäumen, körperlosen Menschen, beobachten grausame Schlachtrituale
gequälter Tiere und bleiben mit ihrem Geistermotorrad im Blutsumpf
eines Kreuzackers stecken, wo tausende Gekreuzigte auf den Jüngsten
Tag warten. Sie brauchen aber nicht mehr so lange zu warten. Petra befreit
die verirrten Seelen,indem sie singend zwischen den Kreuzen tanzt.Tiere
und Kinder wissen von ihrem Gestorbensein und durchtanzen lustvoll die
Räume ihres anderen Seins. Aus der Sicht der körperlos Umherschwebenden
ist zwischen Traum und Wirklichkeit nur wenig Unterschied.Ein Text für
Liebhaberinnen und Liebhaber treffender Wortfolgen, das Strömen von
Gedanken jenseits der Physik und theologisch gelehrter Gebetswandkletterei.
Eine Fundgrube für sprachbegeisterte MetaphernliebhaberInnen und
Freunde der Hymnen an die Liebe. Ein Buch für Wissenwollende mit
dem sie sich im Strom der Worte und Bilder treiben lassen können.
Leseprobe :
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